Juni 2002

Energieversorgung für die HafenCity – Europaweiter Wettbewerb beginnt

Die GHS Gesellschaft für Hafen- und Standortentwicklung mbH startet einen europaweiten Wettbewerb für die Energieversorgung der westlichen HafenCity in Hamburg. Das HafenCity-Projekt ist ein Vorhaben der nachhaltigen Stadtentwicklung. In unmittelbarer Nähe zu Rathaus und Hauptbahnhof kann auf ca. 100 ha ehemalig hafengewerblich genutzter Flächen ein neuer Stadtteil entstehen mit insgesamt etwa 1,5 Mio. Quadratmetern Bruttogeschossfläche – Wohnungen für 10.000 bis 12.000 Einwohner und Dienstleistungsflächen für mehr als 20.000 Arbeitsplätze.

Im Sinne des Klimaschutzes und der Einsparung von Energie sollen in der HafenCity die Potentiale für umweltverträgliches, nachhaltiges Bauen und Wohnen und eine ökologisch effiziente Energieversorgung genutzt werden. Die GHS hat ein Energieversorgungskonzept für die HafenCity erarbeiten lassen, in dem die Rahmenbedingungen festgelegt wurden. Das Konzept wurde im Juli 2001 im Kesselhaus am Sandtorkai öffentlich diskutiert. Das Vergabeverfahren ist der nun anschließende Schritt in Richtung auf eine umweltverträgliche und nachhaltige Stadtentwicklung. Im Rahmen eines europaweiten Vergabeverfahrens wird die ökologisch-ökonomisch beste Wärmeversorgung in einem Preis-Technologie-Wettbewerb ermittelt. Das Vergabeverfahren wird deshalb variantenoffen durchgeführt, d.h. bei Einhaltung festgesetzter Kriterien besteht Wahlfreiheit für unterschiedliche technische Alternativen zur Wärmeerzeugung.

Zukunftsweisende Ideen für die Energieversorgung der HafenCity gibt es bereits: So können außer der Fernwärmeversorgung auch dezentrale Blockheizkraftwerke oder Brennstoffzellen zum Einsatz kommen. Mit elektrisch betriebenen Wärmepumpen (hier wird elektrischer Strom ausschließlich aus erneuerbaren Energien eingesetzt) kann die Umweltwärme (Luft, Grundwasser, Hafenwasser) zur Beheizung von Gebäuden verwendet werden. Die Nutzung erneuerbarer Energien kann neben klassischen Solaranlagen auch in Form von biogenen Treibstoffen (z.B. Biodiesel, Methanol oder Wasserstoff) erfolgen.

Der Wettbewerb unterschiedlicher Versorgungslösungen findet innerhalb strenger technisch-ökologischer Rahmenbedingungen statt. So ist neben den Vorgaben des Hamburgischen Klimaschutzgesetzes die Einführung einer Qualitätsdefinition für die Güte der Wärmeversorgung in Form einer CO2-Emissionskennzahl vorgesehen. Damit wird die Freie und Hansestadt Hamburg Ihrer Verantwortung im Rahmen des Übereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (Kyoto Protokoll) und dem von der Bundesregierung im Jahr 2000 beschlossenen nationalen Klimaschutzprogramm zur Minderung der Treibhausgasemissionen in vorbildlicher Weise gerecht.

Durch das innovative variantenoffene Vergabeverfahren lassen sich für die Energieversorger, die Kunden und natürlich auch für die Umwelt deutliche Vorteile gegenüber einer normalen Tarifversorgung erreichen, es entsteht eine sog. „win-win Situation“: Die GHS initiiert für alle Kunden in der HafenCity den Energieeinkauf. Durch diesen Großeinkauf können günstige Energiepreise erzielt werden, denn durch die einheitliche Versorgung sparen die Versorgungsunternehmen erhebliche Investitionen ein.

Mit der Durchführung des Vergabeverfahrens wurde die Berliner Ingenieurgesellschaft MegaWATT beauftragt, die über umfangreiche Erfahrungen bei der Konzeption und Realisierung der Energieversorgung von Stadtentwicklungsgebieten verfügt. Das Verfahren wird rechtlich begleitet durch die Kanzlei Latham & Watkins Schön Nolte, Hamburg (Dr. Marco Núñez).

Mit dem Wettbewerb zur Wärmeversorgung wird für die HafenCity in Hamburg mit marktwirtschaftlichen Mitteln und ohne Zwang eine vorbildliche Energieversorgung mit niedrigen Energiekosten bei gleichzeitiger Wahrung der Versorgungssicherheit und höchster ökologischer und technischer Standards umgesetzt.

Bei Rückfragen:

GHS Gesellschaft für Hafen- und Standortentwicklung mbH, Jürgen Desler
Tel.: (040) 37 47 26 32

MegaWATT, Jan Schülecke
Tel.: (030) 857 918-14


April 2002

Einspargarantievertrag im Unfallkrankenhaus Berlin unterzeichnet

Einsparcontracting in Krankenhäusern ist heute nicht mehr ungewöhnlich. Ein Energiedienstleister investiert in Einsparmaßnahmen und refinanziert sich aus einem Teil der Einsparungen. Ungewöhnlich ist es jedoch, wenn ein erst vor wenigen Jahren errichtetes, hochmodernes Haus diesen Schritt geht. Denn anders als bei alten Gebäuden, wo viele Einsparungen durch den Austausch veralteter Anlagen möglich sind, ist die Anlagentechnik im Unfallkrankenhaus Berlin (ukb) nahezu neuwertig.

Ungeachtet dessen wurde am 5.04.2002 zwischen dem Unfallkrankenhaus Berlin und der Alba Facility & Services GmbH (zukünftig AlbaServ) ein Energieeinsparvertrag abgeschlossen, der dem ukb eine Senkung seiner Energie- und Wasserkosten um mindestens 15% garantiert. Entsprechend sinken auch Verbrauch und Umweltbelastung. Erreicht wird dies durch den energieoptimierten Umbau von Anlagen, den Ausbau der Gebäudeleittechnik zu einem Energiemanagementsystem sowie durch Controlling-Maßnahmen. Finanziert werden die Leistungen der AlbaServ durch einen Teil der Einsparungen, wobei der größere Teil beim ukb verbleibt und zur Kostensenkung beiträgt.

Dem Vertragsabschluss ging eine intensive Wettbewerbs- und Verhandlungsphase voraus, aus der Alba Facility & Services als knapper Sieger hervorging. Während des gesamten Projektes von der Konzeptfindung bis zur Auftragsvergabe wurde das ukb dabei von MegaWATT intensiv unterstützt. Vorbereitend und parallel wurden von MegaWATT ergänzende Optimierungsmaßnahmen wie die Neuausschreibung der Stromlieferung und die Optimierung von Wartungsverträgen erfolgreich betrieben. Für die Vertragsgestaltung des Einsparcontractings wurde die Kanzlei Dr. Böckmann & Partner eingebunden.

Kontakt

Unfallkrankenhaus Berlin, Technischer Leiter Herr Eickhölter
Tel.: (030) 56 81-35 35

MegaWATT, Geschäftsführer Herr Schröter
Tel.: (030) 857 918-17

von links nach rechts:

Rudolf Kubath, Verwaltungsdirektor ukb
Olaf Janku, Geschäftsführung AlbaServ
Gerd Eickhölter, Technischer Leiter ukb
Hugo Holzinger, Geschäftsführung AlbaServ
Michael Schröter, Geschäftsführer MegaWATT
Wolfgang Stacks, Projektleiter MegaWATT


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