März 2007

Energieversorgung für die Östliche HafenCity in Hamburg – Europaweiter Wettbewerb ist eröffnet

Die HafenCity Hamburg GmbH startet einen europaweiten Wettbewerb für die Energieversorgung der Östlichen Hafen-City in Hamburg. Das HafenCity-Projekt ist ein Vorhaben der nachhaltigen Stadtentwicklung. In unmittelbarer Nähe zu Rathaus und Hauptbahnhof entsteht auf rund 100 ha ehemalig hafengewerblich genutzter Flächen ein neuer Stadtteil mit insgesamt etwa 1,8 Mio. Quadratmetern Bruttogeschossfläche – Wohnungen für 10.000 bis 12.000 Einwohner und Dienstleistungsflächen für mehr als 40.000 Arbeitsplätze.

Die neue Innenstadt wird geprägt durch einen vielfältigen Nutzungs-Mix: Arbeitsorte und Wohnraum werden ausgewogen durchmischt. Dazu kommen Freizeit- und Einkaufsflächen, spannende öffentliche Stadträume und kulturelle Projekte von internationaler Strahlkraft. Erste Quartiere in der westlichen HafenCity sind bereits fertig gestellt – ab 2008 beginnt nun die Entwicklung der Östlichen HafenCity.

Im Sinne des Klimaschutzes und der Einsparung von Energie sollen in der HafenCity die Potentiale für umweltverträgliches, nachhaltiges Bauen und Wohnen sowie eine ökologisch effiziente Energieversorgung genutzt werden. Die HafenCity Hamburg GmbH hat ein Energieversorgungskonzept für die HafenCity erarbeiten lassen, in dem die Rahmenbedingungen festgelegt wurden. Das Vergabeverfahren ist der nun anschließende Schritt in Richtung auf eine umweltverträgliche und nachhaltige Stadtentwicklung. Im Rahmen eines europaweiten Vergabeverfahrens wird die ökologisch-ökonomisch beste Wärmeversorgung in einem Preis-Technologie-Wettbewerb ermittelt. Das Vergabeverfahren wird deshalb variantenoffen durchgeführt, d.h. bei Einhaltung festgesetzter Kriterien besteht Wahlfreiheit für unterschiedliche technische Alternativen zur Wärmeerzeugung.

Der Wettbewerb unterschiedlicher Versorgungslösungen findet innerhalb technisch-ökologischer Rahmenbedingungen statt.

Zusätzlich zur Einhaltung der Vorgaben des hamburgischen Klimaschutzgesetzes fordert die HafenCity GmbH direkt für die Wärmeversorgung die Einhaltung einer endenergiebezogenen CO2-Emissionskennzahl. Diese CO2-Emissionskennziffer nimmt im Laufe der Jahre stetig ab, so dass sich die Umweltanforderungen an die Wärmeversorgung kontinuierlich verschärfen. Damit werden die zukünftigen Nutzer in der HafenCity Ihrer Verantwortung im Rahmen des Übereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (Kyoto Protokoll) und dem von der Bundesregierung in den Jahren 2000 bis 2006 beschlossenen nationalen Klimaschutzvorgaben zur Minderung der Treibhausgasemissionen in vorbildlicher Weise gerecht.

Durch das innovative variantenoffene Vergabeverfahren lassen sich für die Energieversorger, die Kunden und natürlich auch für die Umwelt deutliche Vorteile gegenüber einer normalen Tarifversorgung erreichen, es entsteht eine sogenannte “win-win-Situation”: Die HafenCity Hamburg GmbH initiiert für alle Kunden in der HafenCity den Energieeinkauf. Durch diesen Großeinkauf können günstige Energiepreise erzielt werden, denn durch die einheitliche Versorgung sparen die Versorgungsunternehmen erhebliche Investitionen ein.

Zukunftsweisende Ideen für die Energieversorgung zu wirtschaftlich günstigen Bedingungen wurden bereits im Rahmen der Vergabe der Wärmeversorgung für die westliche HafenCity realisiert: ihre Wärmeversorgung basiert auf einem Mix aus dezentraler Nahwärme (Solarthermie, gasbetriebenen Blockheizkraftwerke und Brennstoffzellen) und Fernwärme.

Ebenso können Technologien wie z. B. Wärmepumpen oder Biomassevergasung eingesetzt werden. Mit elektrisch betriebenen Wärmepumpen (hier wird elektrischer Strom ausschließlich aus erneuerbaren Energien eingesetzt) kann die Umweltwärme (Luft, Grundwasser, Hafenwasser) zur Beheizung von Gebäuden verwendet werden. Bei Anwendung der Biomassevergasung würden Wärme und Strom ebenfalls aus erneuerbaren Energien erzeugt. Neben klassischen Solaranlagen kann die Nutzung erneuerbarer Energien auch in Form von biogenen Brennstoffen (z. B. Wasserstoff, Biodiesel oder Methanol) erfolgen. Mit Berücksichtigung laufender und zukünftiger politisch-wirtschaftlicher Initiativen erlangt insbesondere die Wasserstoffnutzung auf nationaler und internationaler Ebene eine zunehmende Bedeutung.

Mit der Durchführung des Vergabeverfahrens wurde die berliner Ingenieurgesellschaft MegaWATT beauftragt, die über umfangreiche Erfahrungen bei der Konzeption und Realisierung der Energieversorgung von Stadtentwicklungsgebieten verfügt. Das Verfahren wird rechtlich begleitet durch die Kanzlei Schulz Noack Bärwinkel.

Mit dem Wettbewerb zur Wärmeversorgung wird auch für die östliche HafenCity in Hamburg mit marktwirtschaftlichen Mitteln und ohne Zwang eine vorbildliche Energieversorgung mit niedrigen Energiekosten bei gleichzeitiger Wahrung der Versorgungssicherheit und höchster ökologischer und technischer Standards umgesetzt.

Bei Rückfragen:

HafenCity Hamburg GmbH
Susanne Bühler
Tel.: (040) 37 47 26 14

MegaWATT GmbH
Herr Jan Schülecke
Tel.: (030) 8579 1814

Östliche HafenCity

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